Grundlagen

Das Melanocortin-System

Wer Melanotan verstehen will, muss die Rezeptoren kennen, an denen es ansetzt. Ein Überblick in fünf Rezeptoren.

Ein Vorläufer, viele Hormone

Am Anfang steht ein großes Protein namens Proopiomelanocortin (POMC). Enzyme zerschneiden es je nach Gewebe in verschiedene Botenstoffe, darunter ACTH, β-Endorphin und die Melanozyten-stimulierenden Hormone α-, β- und γ-MSH. Diese Hormone heißen zusammenfassend Melanocortine.

Die fünf Rezeptoren

RezeptorVorkommen (Auswahl)Bekannte Funktionen
MC1RMelanozyten der Haut, ImmunzellenPigmentbildung (Eumelanin), entzündungsbezogene Signale
MC2RNebennierenrindeACTH-Rezeptor, Steuerung der Cortisolbildung
MC3RGehirn, Darm, HerzEnergiehaushalt, Feinregulation
MC4RGehirn (u. a. Hypothalamus)Appetit, Energieverbrauch, weitere zentrale Funktionen
MC5RExokrine DrüsenSekretion, z. B. von Talgdrüsen

Warum das für Melanotan wichtig ist

Ein Peptid, das nur an MC1R bindet, beeinflusst vor allem die Pigmentzellen. Eines, das auch MC3R und MC4R im Gehirn aktiviert, hat ein deutlich breiteres Wirkprofil. Genau hier liegt der wichtigste Unterschied zwischen Melanotan 1 und Melanotan 2 – und ein Grund, warum MT-2 in Studien eine Vielzahl von Begleiteffekten zeigte.

Pigment und UV-Licht

In der Haut regt die Aktivierung von MC1R die Melanozyten an, statt des hellen Phäomelanins mehr dunkles Eumelanin zu bilden. Menschen mit bestimmten Varianten des MC1R-Gens, etwa viele Rothaarige, bilden weniger Eumelanin. Das macht den Rezeptor seit Jahrzehnten zu einem wichtigen Forschungsobjekt der Dermatologie.

Quellen